Urlaub für 50 min

Ich mag diese alten Fernsehserien mit denen ich aufgewachsen bin, z.b. der Doktor und das liebe Viech. Ich sehe sie manchmal immer noch. Pannen-Tristan, despotischer Siegfried mit seinen wunderbaren Weisheiten. James mit alter und neuer Helen. Ich favorisiere auch die alte Helen. Aber die neue Helen tauchte mit Calum zusammen auf und darum sei ihr verziehen. Und vor allen Dingen diese banalen und deswegen megagroßen Geschichten die ein Leben eben einzigartig und wichtig machen.

Oder das Haus am Eaton Place. Ruby, die aussah wie meine Cousine Marion. Der stolze Hudson, Mrs. Bridges die den Titanic Untergang überlebte, im Gegensatz zu Lady Bellamy. Ich habe immer noch nicht die Folge gesehen in welcher der Tod von Lady Bellamy bestätigt wurde. Ging Mrs. Bridges nicht sogar durch die Vordertür als sie plötzlich wieder auftauchte?

Ich finde diese Serien wunderbar. Nein, sie sind nicht mit den heutigen Soaps zu vergleichen. Es spielten noch echte Schauspieler. Schauspieler die ihr Handwerk erlernten, die auf einer Bühne bestehen konnten und nicht rudimentär versuchten irgendetwas darzustellen. Heute wird mir nach drei Sätzen schlecht. Vom uninteressanten Inhalt mal ganz abgesehen!

Vielleicht mag ich sie auch der Langsamkeit wegen. Wie Urlaub für 50min. Oder weil es mich in die Zeit versetzt in der ich mit meinen Großeltern Sonntags vor der Glotze saß, zusammen mit Käsekuchen und Abends Kartoffelsalat mit Würstchen.

Und erst die Profis! Ich war total verknallt in Bodie. Ich bin sogar nach Buckinghamshire gefahren um ihn heimlich zu sehen. Und ich könnte schwören, daß er in einem dunkelgelben Auto an mir vorbeigefahren ist! Und ich wollte sein wie Emma Peel. Tough und elegant. Schirm, Charme und Melone habe ich zwar auch erst in der Wiederholung gesehen, trotzdem frage ich mich gerade wie ich diese überhaupt sehen konnte, denn eigentlich war ich noch viel zu jung und bei uns zu Hause wurde Fernsehen streng reglementiert. Hmm… Aber meine Ma‘ mochte Emma Peel auch. Vermtl. hielt sie Mrs. Peel für ein erstrebenswertes Vorbild und damit für pädagogisch wertvoll.

Kennt noch jmd die Kempowski’s in „Tadellöser & Wolff“? Edda Seippel‘ s „…Nein, wie isses schön….!“ Herrlich!

Flipper fand ich doof. Ich mochte dieses dämliche rothaarige Kind, das ständig den Delphin vermisste (von geschätzten 300 Delphinen die diese Serie vermtl. verbraten hat) nicht.

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