Träume

Huch! Was für ein Zufall! Am Freitag sortierte ich meine Bücherschränke, staubte dabei good old C.G. Jung ab und las mich fest (alles ist besser als abstauben). Befinde mich also gerade ohnehin in und mittlerweile schon wieder aus dem Weg meines unterbewussten Bewusstseins. Jetzt muss ich mich mal anstrengen dagegen zu steuern um mich hier nicht in kompensatorische und archetypischen Träumen zu verlieren. Man bedenke außerdem, daß diese zu einer Zeit beschrieben wurden in denen Träume in der Wissenschaft allenfalls bei Freud etwas zu suchen hatten. Heute gibt es riesige Zentren, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ganz zu schweigen von schlechten Fernsehsendungen. Es ist irgendwie chic zu träumen. Ich vermute das resultiert daraus, daß es den Menschen nur noch in konzentrierter Alltags Präsenz erlaubt wird zu existieren und dieses gleichgesetzt wird mit leben.

Träumen ist viel. Ich gebe sie inhaltlich kaum jmd preis. Sie würden nur ihre Magie verlieren. Ihre Kraft. Manchmal benutze ich Träume um klarer zu sehen. Um mich auf meinen Weg vorzubereiten, um überhaupt meinen Weg zu finden. Wie ein Zwiegespräch in Farben. Träume machen, daß man überlebt. In ihnen findet sich Hoffnung. Veränderung. Die Kraft zu ertragen. Es scheint  bei vielen Menschen so zu sein. Ein Urlaub mitten im Alltag.

Nur… das bin ich nicht. Meine Träume beherbergen Wahrheit, resultieren aus meiner Basis und geben Antworten. Ich weiß nicht warum, aber ich differenziere zwischen Phantasie und Träumen. Für mich sind das zwei paar Schuhe. Ich habe hier schon einmal geschrieben, daß ich im Grunde genommen meine Träume, meine Wichtigkeiten umsetzte. Das setzt vielleicht einen gewissen Egoismus voraus und hat dieser in echten Träumen Platz?

Wenn ich zuweilen im Netz unterwegs bin und in diversen Foren über Träume lese bin ich manchmal traurig. So viele Menschen die sich nur in ihren Träumen vorstellen können ihr Leben zu verändern. Ihr Leben zu bereichern. Manchmal wiederum werde ich wütend. Die Träume erscheinen mir häufig so unrealistisch. Eigentlich handeln sie ausschließlich von Wünschen (nochmal knapp an Jung vorbeigeschreddert!)

Und ich? Ich arbeite daran meinen nächsten Traum umzusetzen. Aber das heißt nicht, daß ich alle Träume umsetzen muss um glücklich zu sein. Das bin ich schon.

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Eine kleine unwirkliche Geschichte: Ich war 14 Jahre alt, als ich in einem Traum das Schreien meiner Mutter hörte, außerdem sah ich grelles weißes Licht. Ich wachte dann wohl sofort auf, stellte das Licht an, trank etwas, wurde aber nicht ruhiger. In mir war eine panische Angst. Ich werde es nie vergessen, ich schaute exakt um 3:04 auf die Uhr. Ich ging in das Schlafzimmer meiner Mum, aber sie war noch nicht da.

Meine Mutter ging sehr selten abends aus und wenn hatte ich nie etwas dagegen. Im Gegenteil ich hatte mich immer für sie gefreut. Das war’s also nicht. Ich blieb die restliche Nacht wach. Gg. 7:00 morgens klingelte das Telephon. Meine Mum hatte einen Autounfall. Es stellte sich hinterher heraus, daß dieser kurz nach drei war. Ich weiß nicht ob ich an Vorhersehungen glauben soll oder nicht. Ich glaube grundsätzlich daran, daß ich das nicht weiß. Trotzdem ist der Traum Realität.

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Edit: Mir fällt gerade ein, daß ich vor einiger Zeit geträumt habe, daß Sachsen überfallen wurde. Also entweder habe ich gute 20 Jahre später die Wende in Form von geschäftstüchtigen Westlern, gekleidet nach der Kriegsmode von 1760 nachgeträumt oder wir haben ein Problem.

(Ja, ich weiß auch das die Sachsenkriege tausend Jahre früher stattfanden, aber in meinem Traum kämpften dort die „langen Kerl’s“ von dem anderen Großen und der Rest war auch ‚Jetzt‘)

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2 Gedanken zu „Träume

  1. Es berührt mich, was Du zum Thema Träume hier schreibst. Besonders der Traum von Deiner Mutter.
    Ich habe schon öfter von solchen Wahrträumen gehört, weil meime beste Freundin solche oft hat. Ich glaube, es ist so, weil wir ja mit den Menschen, die uns nahe stehen immer auf irgend eine Art verbunden sind. Ich spürte z.B., nicht im Traum,sonder sehr wach, beim Einkauf in der Warteschlane, dass es mir plötzlich ganz leicht ums Herz wurde, als wenn eine zentnerschwere Lat von meinem Herzen genommen war. Ich dachte sofort an meinen Bruder, der schwer erkrankt war und im Sterben lag. Ich schaute auf die Uhr und wusste, dass das der Moment gewesen ist, indem seine Seele den Körper verlassen hatte.
    Das klingt vielleicht für Dich seltsam, aber es ist Tatsache, und als ich später mit meiner Schwägerin telefonierte und sie nach dem Zeitpunkt des Todes fragte, stimmte es überein.
    Sei lieb gegrüßt von:
    Beate

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