Mein erster Plattenspieler, bzw. Kassettenrekorder….

Mein erster Plattenspieler war orange und hatte 49 Löcher. Also genauer gesagt versteckte sich hinter den Löchern die Lautsprecher Box– der Sound war entsprechend. Außerdem war das Ding im ansprechenden Plastik und portabel. Which means, man konnte ihn chick zuklappen und mitnehmen. Wohin auch immer. Batteriebetrieben war er nämlich auch noch. Meine beste Freundin hatte einen in rot und der war sogar mit einem Mikrofon ausgestattet. #Neid

Nun ja, ein Mic hatte dann aber wenigstens mein erster Kassettenrecorder + überdimensionierter roter Aufnahmetaste mit dem ich vor der Glotze saß, mir absolute Ruhe ausbat und einen Nervenzusammenbruch bekam wenn jmd wagte zu atmen. Geholfen hatte es trotzdem nix. Diese Qualität… !!! Zum Verständnis: Das war noch kein Radiorecorder, der kam anschließend und dort ärgerte ich mich dann über die blöden Radiomoderatoren die permanent in die Lieder reinquatschten.

Alternativ die Verkehrsnews. Ich hatte unzählige Aufnahmen in denen mittenmang eine Stimme unterbrach: „Hier sind die NDR 2 Verkehrsnachrichten. Auf der A2 befindet sich ein Schwerlasttransporter. Bitte überholen Sie nicht und fahren Sie rechts ran!“ Und dann haben die das auch nochmal wiederholt. Wenn sie wieder ‚live zurück ins Studio‘ schalteten ging das Lied nur noch ein paar Takte. Was wusste ich damals schon über GEMA Gebühren.

Die Moderatoren waren damals Stars. Günther Fink, Mel Sandock, Wolf-Dieter Stubel und soviele mehr. Die Holländer waren uns immer einen Schritt voraus und spielten die Stücke immer als erstes, das setzte dann beim Aufnehmen allerdings absolute Bewegungslosigkeit voraus, um den Antennenempfang nicht zu stören. Unangefochten allerdings mit best Music ever war ungeschlagen BFBS *sing*. Irgendwo müssen noch Zentner von diesen Kassetten rumliegen.

Meine erste Schallplatte bekam ich von Nate (roter Plattenspieler mit Mikrofon) geschenkt. Smokie ‚It’s your Life‘. Ich mochte Smokie damals nicht und ich mag Smokie immer noch nicht. Sorry Nate! Die Single habe ich selbstverständlich behalten.

Sowie alle Platten. Ich glaube ich war der  letzte Mensch meiner Generation, der sich einen CD-Player kaufte. Ich erinnere mich gerade, daß ein Freund meiner besten Freundin (roter Plattenspieler mit Mikrofon) irgendwann mal einen CD Rohling mitbrachte und uns mit den Worten: „Das ist die Zukunft der Musik. Das ist die Revolution“ in sprachloses Erstaunen versetzte. Das Regenbogenfarben schimmernde Ding? Wir diskutierten ewig. Später hing meine Freundin dann mangels CD Player’s die kleine Scheibe als Deko an die Wand.

Einige hundert Jahre später kaufte ich mir dann auch so einen seelenlosen Kasten. Mittlerweile habe ich die meisten meiner LP’s als CD nachgekauft (und heute komprimiere ich alles zu mp3/4)  aber …. ich höre immer noch meine Platten.

Ich weiß noch von fast jeder Platte wie und wann ein bestimmter Kratzer entstanden ist. Und nur wenn ich Platten höre stellt sich das Gefühl von damals ein. Die Aufregung, wenn ich endlich das Geld zusammen gespart hatte. Wochenlanges Suchen in 1000 Plattenläden. Und dann Zuhause: Das Zimmer verschlossen, Kerzen angezündet, vorsichtig das Inlet raus und Platte mit 2 spitzen Fingern auf den Teller gelegt. Ich gebe zu das man meinen Platten heute nicht unbedingt ansieht wie vorsichtig ich sie damals behandelt habe.

Ich errinnnere mich auch noch an stundenlange Sessions in denen ich selbst Musik teilweise 2 stimmig aufnahm. Ich bespielte zuerst eine Kassette z.B. mit Gesang und Gitarre, diese ließ ich dann im Hintergund laufen während ich die 2te Kassesette mit einem anderen Instrument aufnahm.

Mein kleiner oranger Plattenspieler und der komische Kassettenrecorder + Aufnahmetaste retteten damals mit meinen Büchern zusammen mein Leben. Wenn ich Musik hörte konnte ich flüchten. Sie färbte alles etwas erträglicher ein. Sie trug mich an einen besseren Ort. Sie gab mir Kraft und gibt mir Kraft.

Bis heute lass ich mich durch Musik inspirieren. So sehr daß ich, nachdem mich ein Lied daran erinnerte was ich eigentlich will, meine nahezu unkündbare Arbeitsstelle postwendend kündigte und einen neuen Beruf erlernte. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Edit: Huch!!! Wenn das Bild vergrößert wird, reflektieren sich im linken Schrankglas Tiere und irgendwelche Figuren. Weder befinden sich diese aber im Glas, noch auf den Lexika oder irgendwo im Wohnzimmer. *Grusel!!!*


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2 Gedanken zu „Mein erster Plattenspieler, bzw. Kassettenrekorder….

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