Wenn man klein ist, ist man auch schneller dick!

Ich bin klein! Ergo kann ich nix dafür, ergo sind doch die Gene Schuld und ergo bin ich deswegen freigesprochen. Basta. Ich komme darauf, weil ich mich zum Kauf einer komischen braunen Tunika habe hinreißen lassen, die der Zeit ihres Ursprunges alle Ehre macht. Ich sehe völlig bescheuert aus. Irgendwie wie Besuch aus dem 6ten Jahrhundert oder gleich vor Christi Geburt. Wieso kauf‘ ich sowas?? Und wieso trag ich das auch noch nach Hause??? Die geht morgen sofort zurück. Blöde Verkäuferin und toll morgen ist Samstag: Was gibt’s Schöneres als einen Samstag in der total überfüllten City zu verbringen. Ich Trottel. Hmm, ich bring die Montag wieder zurück!

Daraus resultierend und schon längst festgestellt:

Ich hasse einkaufen!!! Und das schon immer. Also völlig unabhängig davon in welcher Gewichtsklasse ich mich gerade beweg(t)e. Mich begleitet auch niemand mehr. Wenn ich merke daß irgendetwas fehlt oder ich was neues brauche werde ich umgehend v penetrant schlechter Laune heimgesucht.

Ich wage nur im Urlaub einkaufen zu gehen, damit ich genügend Zeit habe für 5l Espresso zwischendurch. I.d.R. beginnt es damit, daß ich v dem Kleiderschrank stehe, irgend ein Teil suche und feststelle daß es mir nicht mehr passt oder total verwaschen ist oder ich mal wieder irgendwo hängengeblieben bin und nun ein Loch drin ist (Gut, das könnte einem vielleicht beim Waschen schon auffallen– mir nicht). Das ist der erste Tag meiner schlechten Laune. Diese zieht sich dann 1 – 6 Wochen hin, denn wenn ich schon einkaufen muss, sortiere ich gleich durch und stelle (natürlich) fest daß noch 15 kg weiteres Klammottenzeug würdig ist ausgetauscht zu werden. Meine schlechte Laune steigert sich also ins Unermessliche, aber hilft ja nu mal nix.

Tag X (in diesem Fall Mittwoch): Beginnt ohne Espresso, weil ich nicht permanent eine Toilette aufsuchen möchte. Schon mal sehr großes schlechte Laune Potential!! Ich gehe in den ersten Shop. Setze ein freundlich stoisches Lächeln auf: „Nein, Danke- ich benötige vorerst keine Hilfe!“ und wühle mich durch. Ooh Hurra, Hose in meiner Größe! Und da noch eine, Nee doch nicht– viel zu lange Beine, „Haben Sie die auch für kürzere Beine und vielleicht auch noch in größer…“, usw. In der Kabine: 1te Hose- bekomme ich nur bis zu den Oberschenkeln hoch. Heul. Egal, schnauf und weiter!! 2te Hose. Jaa, passt, ääh, naja, hmm, mal Sitzprobe, ooh nein– meine Beine, das geht gar nicht!!! 3te – 5te Hose > zu lang, zu eng, zu hässlich!! Verkäuferin schaut in die Kabine. Ich: „HALLOO!! Raus bitte!!“ Sie: „Kann ich Ihnen helfen?“ „Ääh nee, danke“.

Nächstes Geschäft: Setze ein freundlich stoisches Lächeln auf: „Nein, Danke- ich benötige vorerst keine Hilfe!“ und wühle mich durch Pulli’s! Verkäuferin kommt und lässt sich nicht abwimmeln. „Warten Sie, diese Bluse wird Ihnen bestimmt hervorragend stehen. Gerade für die etwas korpulentere Frau.“ Falsches Lächeln ihrerseits. Ungäubige Verwirrung meinerseits. Ich: „Ehm, die Bluse ist rosa. Und da sind Schmetterlinge drauf. Und diese fliegen in goldenen Wolken???“ Vielleicht sollte ich erwähnen daß ich eine schwarze Cordhose, eine schwarze Leinenbluse, darunter ein lila Shirt trage und außerdem in einen schwarzen Mantel gewickelt bin. Schmuck ist silber. Mit anderen Worten, ich befinde mich nicht mal in der Nähe ihrer Vorschläge. Du meine Güte!

Sie zwitschert los, daß sei ganz neu und modern und trendy und mir ganz wunderbar stehen würde. Ich schnaufe mich wortlos zur Kabine und beginne mit dem üblichen Marathon. Mantel aus, Pulli aus, verdammt ich habe ja auch noch 2 Hosen mitgenommen, also Stiefel aus (auch schwarz- ich komme immer noch nicht über diese Schmetterlinge hinweg), Hose aus. Stehe in Unterwäsche und meide verzweifelt mein Spiegelbild. Zwitscherstimme v draußen: „Kann ich Ihnen helfen?“ NEIN!!! Man! Also gut, ich fass mich kurz. Nix passt oder und falls doch sieht’s bescheuert aus. Stürme von Boutique umgehend zum nächsten Italiener. Doppelten Espresso, bitte. Ist es für Cognac eigentlich zu früh??

Wimmel Freunde ab, d.h. die verschwinden von alleine nachdem ich ihnen erkäre was ich grad so mache und noch so vorhabe. Nächster Versuch. Setze ein freundlich stoisches Lächeln auf: „Nein, Danke- ich benötige vorerst keine Hilfe!“ und wühle mich durch ALLES. Nehme genauso viel mit in die Kabine. Wimmel Verkäufer nicht ab, bin zu sehr daran interessiert wie er sich aus seinen Monolog über meine Problemzonen winden will. Hihi– schafft er nicht, aber wenigstens amüsiere ich mich. Stehe also vorübergehend besser gelaunt in Kabine, selbstredend hält das nur Sekunden, weil…. . Rischtig– nix passt! Das heißt das stimmt nicht. Ein Pulli! Erstaunlicherweise ohne Unterbrustgummi (was entgegen der offenkundigen Annahme der Erfinder solcher Teile in 46 und höher wirklich total bescheuert aussieht), sogar frei von Blumen und Schmetterlingen und anderen Applikationen. Hurra gekauft! Nach gut 4h, 3 Espresso und noch keinem Cognac habe ich einen neuen Pullover!

Jetzt nur noch 3-6 Hosen. (Wenn ich eine gefunden habe die mir passt und nicht völlig doof aussieht kauf ich die gleiche noch in anderen Farben). Also in das 12te  Geschäft (ich zähle schon längst nicht mehr mit) präventiv VK angrunzt, Hosen gesucht –> gefunden –>Kabine –> Stiefel aus –> Hose aus –> Mist, mir ist warm, also Mantel auch aus –> potentiell neue Hose an –> in Stiefel provisorisch reingeschlüpft –> Nee, nüscht –> Stiefel wieder aus –> blöde Hose auch–> noch 3 x wiederholen, inkl. beständigen Ergebnisses. Grmpf!

Und wie üblich, nachdem ich mich komplett wieder angezogen, alle anprobierten Hosen zurückgelegt habe, finde ich beim rausgehen am letzten Ständer gleich vor der Tür, DIE Hose! Super! Das ganze Prozedere nochmal. Die passte dann wenigstens. Trotzdem desolate Ausbeute! 2 Hosen, 1 Pulli, 1 Tunika, welche Montag wieder umgetauscht wird, 4 Espresso, 1 Kakao und 1 Cognac. Boah, ich hasse einkaufen!

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7 Gedanken zu „Wenn man klein ist, ist man auch schneller dick!

  1. Vielen Dank, liebe Martie,

    ich habe mich königlich amüsiert. 🙂

    Gehe nie ohne Espresso getrunken zu haben aus dem Haus! *g*

    Liebgrüss Franzizicki

  2. Hohoho, das liest sich aber richtig anstrengend, die Aufzählung am Schluss brachte mich so richtig zum schmunzeln, der Cognac haute mir ins Gesicht 😉
    Wieso hat Mensch eigentlich schlechtere Laune wenn er ohne den gewohnten Ablauf, sprich ohne Koffein Schub aus dem Hause geht…? ich sollte mich selber mal fragen, vielleicht eine Droge braucht der Mensch, die anderen Sachen sind zwar viel schöner, doch darf man die nicht so oft, echt blöde. Man soll leben, der Klamotten Einkauf gehört aber nicht dazu, solange alles heile ist, renne ich nicht los. Ich erkenne die Menschen an der Kleidung wieder, doch wenn immer alles neu ist, dann muss ich den Blick von weitem aber ganz doll schärfen, hehehe.
    Viele Grüße aus Schenefeld von: Fred.

  3. Ich drehe im Moment meine Runden, auch mal ganz schön nicht wahr 😉
    Jetzt habe ich Appetit auf Kaffee, selber Schuld… 🙂

    Tschüssi, Fred

  4. Pingback: Voller Kleiderschrank und nichts anzuziehen | Schmunzelbiene

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