Sprüche und andere Weisheiten

Hmm, ich fürchte ich bin draußen. Derartige Phrasen gab’s bei uns nicht. Eher im Gegenteil. Mein Opa entgegnete diesbezüglich gerne: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“ Oder so ähnlich… . Das fand ich witzig. Aber weitere „Lebensweisheiten“ fallen mir nicht ein.

Ich mag generell keine Sprüche, ich verstehe sie auch nicht. Also inhaltlich erschließen sie mir sich schon, mir ist die Verwendung derer nur unerklärlich. Wieso benutzt man deartiges? Möglicherweise wg der zeitweiligen Sprachlosigkeit in der wir uns befinden?

Hmm, wieso greifen Menschen überhaupt gerne auf Sprüche zurück? Mittlerweile hängt ja schon ein wirtschaftlicher Zweig dahinter. Postkarten, Frühstücksbrettchen, Tapeten, Laminat, Pulli’s, Bettwäsche, ………… . Gefühle reduziert und von Fremden formuliert. Wollen wir nix eigenes mehr preisgeben oder wollen wir mit aller Macht etwas preisgeben und uns fällt nicht ein wie wir uns ausdrücken könnten? Ich hatte hier mal bezüglich des Spruches: „Zum Leben gehört der Tod“ geschrieben, wie hohl dieser Satz ist. Eine völlige leere Phrase. Er wertschätzt ein Leben nicht.

Hah!! Jetzt fällt mir doch noch einer ein: „Wenn jmd von einer Brücke springt, springst Du dann hinterher?“ (oder so ähnlich) Dieser Satz hat mich genervt. Verstecke Dich niemals hinter anderen. Steh zu Dir und zu dem was Du denkst und wie Du handelst. Inhaltlich stimmt das schon, ich mochte ihn trotzdem nicht. Wenn jmd glaubte mich maßregeln zu müssen, dann sollte er sich gefälligst die Zeit nehmen, mir das in eigenen Worten zu erklären. Spruch geht natürlich schneller.

Was mich auch nervt ist, daß viele Literatur Zitate zu Sprüchen degradiert werden. Diese dann häufig aus dem Zusammenhang gerissen, darum komplett deplatziert und v Autor vermutl. anders gemeint. Ich kann zwar gerade noch mit (und v meiner Tante gerne zitiert): „Es ist was faul im Staate Dänemark“ leben, aber im Grunde ist es eine Unverschämtheit dem guten alten Shakespeare gegenüber.

Hah, noch n Spruch: „Lass uns mal die Röcke raffen“. Sagt ein Freund v mir gerne. Aber der ist nicht so versucht bedeutungsschwanger (also der Spruch, der Freund zuweilen schon *grinsesmiley*)

Jetzt fallen mir grad noch die Smilies in unserer virtuellen Welt ein. Ersetzt und unterstützt auch gerne den eigenen Ausdruck (und zuweilen die eigene Sprachlosigkeit). Ohh man, ich komme von gar Nix ins Tausendstel…. .

Warum müssen wir eigentlich kommentieren? Manchmal gibt’s einfach nix zu sagen. Entweder weil wir uns in der Thematik nicht auskennen oder weil es uns eben nicht interessiert. Manchmal kann man einfach auch mal die Klappe halten, denn manchmal ist das was wir hören, sehen und fühlen so unfassbar oder schön oder schrecklich, daß einem ruhig die Worte fehlen dürfen.

——————————————————————————————————–

Edit: Ich schaue gerade in den anderen Blog’s und bin etwas entsetzt!

Ich lese:

  • Du hast gegenüber Autoritätspersonen Demut zu üben
  • Widersprechen ist verboten
  • Solange Du die Füße unter meinen Tisch hast, hast Du auch zu tun was ich Dir sage

…und mir fehlen die Worte! Ein Riesenbestandteil unserer Erziehung beinhaltete der Widerspruch und die Reflexion. Und dazu zählte eher insbesondere sog. Autoritätspersonen (das Wort alleine ist schon strange) zu hinterfragen.

Auch wenn meine Familie das jetzt nicht mehr lesen kann. Danke an Euch, daß ihr mich das Gegenteil lehrtet und genügend Worte in Euch hattet!



Advertisements

4 Gedanken zu „Sprüche und andere Weisheiten

  1. moin liebe Martie,

    ja ..und das waren ja nur ein paar Beispiele. Mich stellt das vor die Aufgabe, den teilweise immer noch vorhandenen Ärger über diese Unterdrückung endlich mal ad acta zu legen. Geht halt nur nicht so leicht. Das ging so, bis ich volljährig war, und auch dann hat er es noch weiter versucht. Aber danach war ich ruckzuck weg, WEIT weg, und bin auch nie wiedergekommen. Inzwischen haben wir absolute Kontaktstille, nix geht mehr.

    Sprüche, die nur die eigene Sprachlosigkeit kaschieren sollen, oder die dem Inhalt nicht gerecht werden, auf den Bezug genommen werden soll, die taugen nichts, finde ich. Einen schönen und motivierenden Sinnspruch, der nicht entstellt ist, den lese ich schon mal gerne und lasse mich davon zum Weiterdenken anregen.

    Übrigens kauf ich auch nicht gern ein und versuche, die Zeit auf ein Minimum zu reduzieren .. außer es geht um CDs und Bücher 🙂

    Liebe Grüsse an dich,
    Ocean

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.