In Zeiten wie diesen…

… kann es passieren, daß eine Agentur für Arbeit einen Jugendlichen nachdem er 16 wurde mit Stellenangeboten malträtiert. Angebote (mal so nebenbei) die in keinster Weise seiner Intelligenz auch nur annähern gerecht wurden. Dieser Jugendliche besucht die 10 Klasse eines Gymnasiums. Immer im oberen Leistungsniveau. In Zeiten wie diesen, ist es sein Pech daß sein Vater (alleinerziehend) ALG II Empfänger ist. In dem Haushalt lebt außerdem noch ein weiteres jüngeres Kind, auch auf dem Gymnasium. Wobei das völlig unerheblich ist, denn ein Kind sollte grundsätzlich seine eigenen berufl. Vorstellungen über sein gesamtes Leben treffen können. Nur in diesem Fall stammt dieses Kind eben auch noch aus einem Haushalt mit einer grundsoliden Bildungsbasis.

Nach Anruf beim zuständigen Sachbearbeiter wurde erklärt, daß sich dieses Kind eben jetzt im Berufsfähigen Alter befände und seinen Vater, indem es eigenständig Unterhalt verdient, finanziell unterstützen könnte, was wiederum bedeutet das diesem dann eine neue ALG II Grundlage (also weniger Kohle) berechnet wird. Ich habe schon so einiges erlebt, aber das verschlug mir mal eben die Sprache.

Es gibt ein Gesetz in diesem Land. IM § 1 Abs.3 des SGB VIII steht (keine Gewähr auf Richtigkeit):

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Persönlichkeit und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftlichen Persönlichkeit“ Aber in Zeiten wie diesen, darf dieses mal eben mit den Füßen getreten werden??

Kurze Anmerkung: Das Kind darf jetzt weiterhin das Gymnasium besuchen, aber alleine die Aufforderungen waren nicht nur überflüssig sondern eben auch m. E. ungesetzlich. Sie haben der Familie neben Scham und Demütigung, nicht anderes als spüren lassen, daß in diesem Land wirklich jeder Freiwild ist und zu einem politischen Spielball mutieren kann, der nicht in der Lage ist für sich selbst zu sorgen. Was diese Attacken bei dem Jugendlichen und vor allem bei dem jüngeren Kind an Panik ausgelöst haben will ich gar nicht beschreiben. Auf jeden Fall Wut und Hoffnungslosigkeit betreffend ihrer eigenen Zukunft.

Der Sachbearbeiter scheint seine Quote erfüllen zu müssen, um den Volkszorn der so wunderbar von Politikern in unzähligen populistisch und  inhaltslosen öffentlichen Diskussionen geschürt wurde, gerecht zu werden. Aber lasst doch bitte den Kindern wenigstens die Hoffnung und nehmt Menschen nicht ihre Würde.

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2 Gedanken zu „In Zeiten wie diesen…

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