Preisausschreiben

Zuerst einmal in Richtung Fred! Haha!

Die meisten Preisausschreiben sind i.d.R. doof! Ich habe kürzlich an einem teilgenommen, das erste mal nach 27 Jahren. Allerdings bekommt niemand meine Adresse (ich hatte sogar meine IP-verwischt) und gewonnen hab ich auch nix.

Aktuell nehme ich am Hitmeister’s Weihnachtswunsch Spiel teil (s.u.) aber dort bin ich ohnehin registriert und bestelle hin und wieder etwas. Warum derartiges initiiert wird ist mir auch klar, war trotzdem witzig.

Meine Preisausschreibenerfahrungen liegen also gute 30 Jahre zurück. Also ‚DAMALS‘, als man seine Adresse noch einigermaßen vorbehaltlos weitergeben konnte ohne in einer anschließenden Werbeflut und Abnervanrufen zu versinken. Außerdem wohnte ich noch zu Hause und da war’s mir egal.

Meine Ausbeute:

  • Ich überführte einen gemeinen Dieb (Kinderkrimi in Kinderzeitung) und erhielt ein Jahres Abo der Kinderzeitung Mücke (hieß die so???)
  • Ich rechnete irgendwelche Zahlen zusammen und gewann 10 blaue Mülltüten
  • Ich erreichte den zweiten Platz eines Plakatwettbewerbes und erhielt einen Büchergutschein (gilt das als Preisausschreiben??)
  • Ich löste für meinen Opa irgendwelche Strategierätsel in der TV Zeitung und erhielt 2 Flaschen Champagner die ich nicht (!!) behalten durfte
  • Ich stand auf einem Marktplatz und gewann einen Toaster. Warum weiß ich nicht, ich stand da einfach nur.

Da is’ser:

Das gute Stück ist 27 Jahre alt, es fehlt ein Fuß, er muss auf Töten gestellt werden und man muss das Brot 2-7 x toasten um es knusprig zu kriegen. Einen Design Preis hätte er wohl auch nie erhalten. Ich behalt ihn trotzdem. Ich steh auf diese alten Dinger!

  • Ich glaube das war’s!

Danach erlosch meine Leidenschaft für Preisausschreiben die sowieso nicht allzu ausgeprägt war. Ich bin auch irgendwie zu faul für Preisausschreiben. Und sie müssten mir wirklich über den Weg laufen (und zwar in dieser Reihenfolge). Das gleiche gilt übrigens für Lotto. Mir fallen auch nie Zahlen ein.

Wie oben schon geschrieben, gebe ich niemanden meine Adresse, Telephon-Mobilenummer oder sonstwelche Daten und damit reduziert sich die Wahrscheinlichkeit überhaupt mal etwas zu gewinnen auf Null. Für’s I-Net habe ich zwar eine Fakeadre für Derartiges, aber irgendwie nehme ich doch nie daran teil. Und jedesmal ausloggen nur um die IP zu verwischen habe ich auch keene Lust.

Edit: Jetzt fällt mir doch noch was ein:

  • ich gewann ein Hör-Rätsel im Radio bei dem die Nibelungen-Saga (oder war’s das Lied?- weiß ich nicht mehr) gesucht wurde. Dieses wurde akustisch dargestellt und ich erhielt eine Lexikareihe. Das war toll!

nochmal Edit: und noch was vergessen!

  • ich habe 2x bei einem Hör-Rätsel gewonnen. Ich liebe Hör-Rätsel!!! Nehme aber leider nur dran teil, wenn das Mobile direkt neben mir liegt (also erst 3x). Also, ich hörte den Maler Kandinsky richtig heraus. Akustisch dargestellt wurde er durch ein Röntgengerät. Also wie so eines eben klingt. Ich bekam ein Malset und das fand ich auch toll!
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Sprüche und andere Weisheiten

Hmm, ich fürchte ich bin draußen. Derartige Phrasen gab’s bei uns nicht. Eher im Gegenteil. Mein Opa entgegnete diesbezüglich gerne: „Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist“ Oder so ähnlich… . Das fand ich witzig. Aber weitere „Lebensweisheiten“ fallen mir nicht ein.

Ich mag generell keine Sprüche, ich verstehe sie auch nicht. Also inhaltlich erschließen sie mir sich schon, mir ist die Verwendung derer nur unerklärlich. Wieso benutzt man deartiges? Möglicherweise wg der zeitweiligen Sprachlosigkeit in der wir uns befinden?

Hmm, wieso greifen Menschen überhaupt gerne auf Sprüche zurück? Mittlerweile hängt ja schon ein wirtschaftlicher Zweig dahinter. Postkarten, Frühstücksbrettchen, Tapeten, Laminat, Pulli’s, Bettwäsche, ………… . Gefühle reduziert und von Fremden formuliert. Wollen wir nix eigenes mehr preisgeben oder wollen wir mit aller Macht etwas preisgeben und uns fällt nicht ein wie wir uns ausdrücken könnten? Ich hatte hier mal bezüglich des Spruches: „Zum Leben gehört der Tod“ geschrieben, wie hohl dieser Satz ist. Eine völlige leere Phrase. Er wertschätzt ein Leben nicht.

Hah!! Jetzt fällt mir doch noch einer ein: „Wenn jmd von einer Brücke springt, springst Du dann hinterher?“ (oder so ähnlich) Dieser Satz hat mich genervt. Verstecke Dich niemals hinter anderen. Steh zu Dir und zu dem was Du denkst und wie Du handelst. Inhaltlich stimmt das schon, ich mochte ihn trotzdem nicht. Wenn jmd glaubte mich maßregeln zu müssen, dann sollte er sich gefälligst die Zeit nehmen, mir das in eigenen Worten zu erklären. Spruch geht natürlich schneller.

Was mich auch nervt ist, daß viele Literatur Zitate zu Sprüchen degradiert werden. Diese dann häufig aus dem Zusammenhang gerissen, darum komplett deplatziert und v Autor vermutl. anders gemeint. Ich kann zwar gerade noch mit (und v meiner Tante gerne zitiert): „Es ist was faul im Staate Dänemark“ leben, aber im Grunde ist es eine Unverschämtheit dem guten alten Shakespeare gegenüber.

Hah, noch n Spruch: „Lass uns mal die Röcke raffen“. Sagt ein Freund v mir gerne. Aber der ist nicht so versucht bedeutungsschwanger (also der Spruch, der Freund zuweilen schon *grinsesmiley*)

Jetzt fallen mir grad noch die Smilies in unserer virtuellen Welt ein. Ersetzt und unterstützt auch gerne den eigenen Ausdruck (und zuweilen die eigene Sprachlosigkeit). Ohh man, ich komme von gar Nix ins Tausendstel…. .

Warum müssen wir eigentlich kommentieren? Manchmal gibt’s einfach nix zu sagen. Entweder weil wir uns in der Thematik nicht auskennen oder weil es uns eben nicht interessiert. Manchmal kann man einfach auch mal die Klappe halten, denn manchmal ist das was wir hören, sehen und fühlen so unfassbar oder schön oder schrecklich, daß einem ruhig die Worte fehlen dürfen.

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Edit: Ich schaue gerade in den anderen Blog’s und bin etwas entsetzt!

Ich lese:

  • Du hast gegenüber Autoritätspersonen Demut zu üben
  • Widersprechen ist verboten
  • Solange Du die Füße unter meinen Tisch hast, hast Du auch zu tun was ich Dir sage

…und mir fehlen die Worte! Ein Riesenbestandteil unserer Erziehung beinhaltete der Widerspruch und die Reflexion. Und dazu zählte eher insbesondere sog. Autoritätspersonen (das Wort alleine ist schon strange) zu hinterfragen.

Auch wenn meine Familie das jetzt nicht mehr lesen kann. Danke an Euch, daß ihr mich das Gegenteil lehrtet und genügend Worte in Euch hattet!



Führerscheinprüfung

Das erste was mir einfällt hat nix mit der Prüfung ansich zu tun, sondern mit dem Photo. Seit Wochen nervte mich meine Umgebung inkl. Fahrlehrer endlich ein Photo anfertigen zu lassen. Und wochenlang vergaß ich es. Irgendwann dann stand eine Freundin stampfend in meinem Zimmer, zerrte mich aus dem Bett ins Bad und befahl: „Jetzt, auf der Stelle und zwar SOFORT duschen, anziehen, los- Photograph!“

Ich saß dann übelst genervt, durchpositioniert, stock und steif vor der Kamera und stierte Selbige bitterböse an, bis ich bemerkte daß meine Freundin erst ungläubig, dann entsetzt auf etwas links von mir starrte. Irgendwann ging Photograph (seinerseits des unlustigen Models auch genervt) zu Kunden raus und wir stellten schockiert fest daß sich über der Palme ein BH dekorierte. Fassungslos und stumm staunten wir dieses Ding an, ich überlegte noch was ich dem Photographen gleich alles entgegenschleudern werde… Also wirklich, wenn er schon seine kleinen Sexabenteuer im Studio auslebt, dann solle er doch gefälligst hinterher aufräumen…, als meine Freundin trocken sagte:

„Das ist Deiner!“

„HÄH??? Niemals!!!!!

„Doch“

„Nein“

„Guck doch. Deine Marke. Ich kenne niemanden der diese Marke trägt. Riecht auch nach Dir“

Ich habe bis heute keine Ahnung wie dieser BH sich über die Palme räkeln konnte, aber es war tatsächlich meiner. Und so kam ich zu einem sehr lachenden Führerscheinconterfei, welches viele Male schon viele Polizisten erfreute.

An die Prüfung selbst kann ich mich nur schemenhaft erinnern. Ich hatte damals Schwierigkeiten im Zurückschalten und blöderweise trödelte ein Radfahrer direkt vor uns auf dieser 1500 Jahre alten Brücke auf der kein Platz für uns beide nebeneinander vorgesehen war. Ich wollte trotzdem überholen und da war es wieder mein Problem. Ich bekam den Gang nicht rein, bzw. knarzte es kurz, dann war ich im 2ten und der einzige Grund daß ich hinter der Dame blieb war daß ich Angst hatte nach dem Überholen im Leerlauf zu landen. Kurz darauf war die Prüfung beendet und ich wurde für meine umsichtige Fahrweise gelobt, weil ich professionell erkannte daß ich den Radfahrer beim Überholen umgenietet hätte. *hust*

Schön, ich hatte also bestanden, was mich schon glücklich machte, da mein dauergewellter Fahrlehrer und ich uns nicht ausstehen konnten. Der sabbelte ständig und hielt sich außerdem für lustig und unwiderstehlich. M.E. war er ein lebender Beweis das Dauerwellenflüssigkeit wohl doch ins Hirn sickert und Selbiges zielsicher liquidiert.

Du meine Güte! Da steht tatsächlich Fräulein!!!

Herbst Rituale

Das wichtigste Ritual stellt sich regelmäßig automatisch ein. Meine Laune verbessert sich schlagartig. Normalerweise. Naja, eigentlich jetzt auch, ich bin nur so müde. Ich denke an das wunderschöne Licht in wehenden Farben und Schattierungen, daß Knistern der brechenden Blätter wenn ich drauflatsche. Das ist schön!

Meine Rituale? Keine mehr. Vor Jahren nahm ich an einem Seminar teil, daß das Thema Rituale aufbereitete. Das Ergebnis war erschreckend. Das waren schon fast Zwänge welche ich dann umgehend Stück für Stück reduzierte. Vielleicht bin ich mittlerweile auch einfach nur zu faul um irgendwelche Rituale zu pflegen und aufrechtzuhalten.

Eine Ausnahme gibt’s mit Sylvester. Aber das ist im Winter.

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Edit: SckockSchwereNot!!!!! Angela schreibt da was von Bildern mit Bastelarbeiten und Deko??=? Und Rezepten! … Marmelade??? Offensichtlich bin ich noch kompletter am Thema vorbei, als ich es ursprünglich ohnehin schon war.  Och menno! Sorry…

Keller

Hm. Hmmm. Hmmmmmmmmmmm!!!!!!!!!!!!!!………..

Keller???

  • Hauswoche? (+Boden) Alle drei Monate und supernervig.
  • Altbau, Gewölbe, quietschende Türen. Sieht schön aus. Viel altes Holz und Kalksteinwände
  • In meinem eigenen Keller liegen 5000t Sperrmüll und ich habe heute Nachmittag Freunde akquiriert um diesen loszuwerden.
  • Mein Cousin hatte mir erzählt, daß die Kartoffeln nachts aufwachen (die lagerten im Keller). Habe das auch kontrolliert und morgens fand mich meine Oma, weil ich auf Selbigen eingeschlafen bin.
  • Der Keller meiner Großeltern war spannend. Auch ein wunderschönes Gewölbe, tolle Kalksteinwände und voller Schätze. Nachdem meine Großeltern gestorben waren, haben wir neben 5 funktionstüchtigen Staubsaugern 3000000 T Nachriegszeug gefunden.
  • hieß „der Kommisar“ nicht Herbert Keller?

Och Nee, ich saug mir hier irgendwas aus der Vergangenheit. Sorry! Ist nicht mein Thema.

Meine erste Assoziation war tatsächlich auch Krieg. Menschen die in Kellern Schutz suchten. Aber das sind nicht meine Erinnerungen, sondern die meiner Oma. Und ein paar vage meiner Mum. Und aus Filmen.

Ich mag Katakomben. Aber das sind keine Keller.

Kinderspiele— draußen!

Ich erinnere mich daran, daß wir im Sommer den ganzen Tag unterwegs waren. Wir haben im Wald alles mögliche gebaut und uns in jede Geschichte, Zeit oder in ein anderes Land gedacht. An Diskussionen ob wir bei Regen raus durften kann ich mich nicht erinnern. Ich glaube es wurde nicht so in Frage gestellt. Oder ich hab’s vergessen. Als Regenkleidung trugen wir gelbe XXL Ostfriesennerze und ich hatte noch einen knallroten Regenmantel. Pinke Regenhose mit Reflektoren in Form von Herzchen hätte damals auch kein Kind freiwillig angezogen. Wenn es diese überhaupt schon gab.

Mit meiner Freundin spielte ich oftmals ‚Eiskunstlaufen‘. Sie oder ich spielte Tina Riegel, den Namen ihres Partners habe ich vergessen. Wohl gemerkt wir tanzten ohne Kufen auf den Wegen herum und waren komplett im Spiel versunken.

Überhaupt spielten wir manchmal Bücher nach. Hanni und Nanni, die Dolly Bücher, 5 Freunde, Oliver Twist, Kim, etc. Der Büchereiausweis gehörte damals zur Standardausrüstung eines Kindes. Wobei ich mich daran erinnere daß ich die Enid Blyton Bücher heimlich lesen musste, Mum hielt sie nicht für pädagogisch wertvoll. Hatte sie wohl auch recht.

Mutter, Vater und Kind, Verstecken, Brennball, Völkerball, einiges davon mit den Älteren zusammen. Wir haben auch oft im Garten gezeltet und wurden dann ‚überfallen‘. Nicht so mein Ding, war/bin nicht so der Campingmensch.

Wir waren auch sehr häufig am Kanal, dort vor allen Dingen in den Kiesbergen. Aber das war mir eigentlich verboten, denn leider starben auch sehr viele Kinder im Kanal. Leider wirklich sehr viele. Das gleiche galt für den Fluss. Wir waren trotzdem dort.

Ich konnte auch gut mit mir alleine spielen. Ich habe stundenlang gelesen und mich weggeträumt. Oder riesige Legoanlagen gebaut. Musik war sehr wichtig für mich und schreiben auch. Fernsehen gab’s nicht. Das wurde bei uns streng reglementiert. Hält übrigens bis heute an. Die Glotze läuft niemals einfach so… . Später kamen dann die Pferde dazu und die mussten sowieso bei Wind und Wetter bewegt werden.

Und dann gab es da noch die Winter mit ihren riesigen Schneebergen in den 70ern. Wenn der Fluß über die Ufer trat und es schon richtig kalt war und alles einfror konnten wie kilometerweit Schlittschuhlaufen. Das war toll!! Schlittschuh sind wir den Winter über ohnehin gelaufen. Der See war jedes Jahr zugefroren (oder nicht??? hmm…)

Wir wurden selbst in jungen Jahren nicht v. Erwachsenen begleitet. Heute fällt mir auf, daß viele Kinder außerhalb ihrer Wgh immer v. Eltern, Kinderfrauen, Au Pairs, etc. beaufsichtigt werden. Wir waren auch in Musikschulen, gingen zum Ballet oder zum Sport, aber insg. nicht so durchorganisiert. Wir konnten uns freier entfalten und mussten auch bei Streit eigene Lösungen finden und natürlich stellten wir einen Haufen verbotener Dinge an.

Mäuseklingeln, Stinkbomben in Briefkästen und unter Fußmatten, Entführung von Blumenkübeln, Zigarettenautomaten mit Ketchup/Mayo/Senf beschmieren (also unter diesen Schubladen die herausgezogen werden mussten, so daß die Finger eingeschmiert wurden) gehörten zu den harmloseren Spielen. Zum Glück wurden wir nie erwischt als wir in den Neubausiedlungen die uns die Wälder wegnahmen die Häuser weiterbauten. Ganze Mauern sauber zementiert quer durch’s Wohnzimmer. Hihi!!

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Jetzt fällt mir noch eine total verrückte Geschichte ein. Ich spielte bei meiner Oma in der Strasse, als plötzlich ein Auto anhielt. Mann stieg aus und wollte mich überreden mit ihm ins Auto zu steigen. Ich wurde schon sehr früh auf derartige Situationen vorbereitet, schnappte mir ein bißchen Bausand und schleuderte diesen voller Überzeugung dem Mann in die Augen.

Meine Oma die gute 150m von mir entfernt das Trottoir fegte (das tat sie jeden Tag) rannte schreiend mit erhobenen Besen (diese fiesen roten) auf mich zu. Opa und 300 Nachbarn die durch das Gebrüll meiner Oma aufmerksam wurden rannten auch alle in meine Richtung. Mann flüchtete sich ins Auto und das Ende v. Lied war, daß der Typ zur Kripo gehörte und infolge eines Programmes (irgendwas mit ‚Sicherheit für unsere Kinder‘ oder so) Kinder und in diesem Fall mich testete. Und weil ich so professionell reagierte bekam ich 2 Kinokarten für Bambi. Den Film fand ich  saublöd.

Aber was ich eigentlich sagen will ist, daß es damals schon durchaus gefährlich war auf den Strassen zu spielen und solche Aktionen seitens der Kripo schon ihre Berechtigung hatten.

die blaue Stunde

Am Mittwoch beginnt der schönste Monat im Jahr!!! Punkt ohne Komma. Der September hat ein wunderschönes Licht. Der Herbst fängt in ihm an. Die Pflanzen bereiten sich allmählich auf den Winter vor. Tolle Stürme (Na gut, eher im Oktober und November, aber ich darf ja träumen) Ich wurde im September geboren. Und Septembergrau gibt’s bei mir nicht. Ist zwar ein tolles Lied, aber ‚grau‘ ist Einstellungssache und überhaupt mag ich grau, da muss nix weg gepustet werden.

Ich mag es, wenn die Tage wieder dunkler werden und der Tag in den Abend gleitet spazierenzugehen und in die Fenster zuschauen. Die Menschen haben sich noch nicht an die frühe Dämmerung gewöhnt und stellen bereits das Licht an.  Dabei vergessen sie sich hinter Gardinen und Jalousien zu verstecken und bräuchten das doch gar nicht. Sie sehen toll aus!

Gestern beobachtete ich einen Mann in einer roten Unterbuchse, der hektisch durch seine Whg lief und dabei telephonierte. Ich nehme an Single. Zumindest stand in der Whg kein Gedöns rum. Und gleich bei mir um die Ecke, war die Familie ganz offensichtlich bei Ikea. ‚Sie‘ sortierte 1000000 Millionen Schrauben auf dem Wohnzimmertisch, ‚Er‘ las die Anleitung und versuchte die aufkommende Panik zu verbergen. So muss das sein! Deswegen lese ich niemals Anleitungen.

Am liebsten beobachte ich Menschen die ganz normale Sachen machen. Das Abendessen vorbereiten, Aufräumen, Kaffee trinken, etc. Ich mag alle Gesichter. Auch die traurigen, die müden, die ruhelosen. Die Gesichter der Menschen verändern sich zumeist, wenn sie zu Hause sind und der Tag spiegelt in diesen wieder. Ich freu‘ mich auf die Zeit. Es ist die Zeit in der ich am meisten draussen bin und am liebsten würde ich alle photographieren. Blöderweise wollen die das nicht.

Mein erster Plattenspieler, bzw. Kassettenrekorder….

Mein erster Plattenspieler war orange und hatte 49 Löcher. Also genauer gesagt versteckte sich hinter den Löchern die Lautsprecher Box– der Sound war entsprechend. Außerdem war das Ding im ansprechenden Plastik und portabel. Which means, man konnte ihn chick zuklappen und mitnehmen. Wohin auch immer. Batteriebetrieben war er nämlich auch noch. Meine beste Freundin hatte einen in rot und der war sogar mit einem Mikrofon ausgestattet. #Neid

Nun ja, ein Mic hatte dann aber wenigstens mein erster Kassettenrecorder + überdimensionierter roter Aufnahmetaste mit dem ich vor der Glotze saß, mir absolute Ruhe ausbat und einen Nervenzusammenbruch bekam wenn jmd wagte zu atmen. Geholfen hatte es trotzdem nix. Diese Qualität… !!! Zum Verständnis: Das war noch kein Radiorecorder, der kam anschließend und dort ärgerte ich mich dann über die blöden Radiomoderatoren die permanent in die Lieder reinquatschten.

Alternativ die Verkehrsnews. Ich hatte unzählige Aufnahmen in denen mittenmang eine Stimme unterbrach: „Hier sind die NDR 2 Verkehrsnachrichten. Auf der A2 befindet sich ein Schwerlasttransporter. Bitte überholen Sie nicht und fahren Sie rechts ran!“ Und dann haben die das auch nochmal wiederholt. Wenn sie wieder ‚live zurück ins Studio‘ schalteten ging das Lied nur noch ein paar Takte. Was wusste ich damals schon über GEMA Gebühren.

Die Moderatoren waren damals Stars. Günther Fink, Mel Sandock, Wolf-Dieter Stubel und soviele mehr. Die Holländer waren uns immer einen Schritt voraus und spielten die Stücke immer als erstes, das setzte dann beim Aufnehmen allerdings absolute Bewegungslosigkeit voraus, um den Antennenempfang nicht zu stören. Unangefochten allerdings mit best Music ever war ungeschlagen BFBS *sing*. Irgendwo müssen noch Zentner von diesen Kassetten rumliegen.

Meine erste Schallplatte bekam ich von Nate (roter Plattenspieler mit Mikrofon) geschenkt. Smokie ‚It’s your Life‘. Ich mochte Smokie damals nicht und ich mag Smokie immer noch nicht. Sorry Nate! Die Single habe ich selbstverständlich behalten.

Sowie alle Platten. Ich glaube ich war der  letzte Mensch meiner Generation, der sich einen CD-Player kaufte. Ich erinnere mich gerade, daß ein Freund meiner besten Freundin (roter Plattenspieler mit Mikrofon) irgendwann mal einen CD Rohling mitbrachte und uns mit den Worten: „Das ist die Zukunft der Musik. Das ist die Revolution“ in sprachloses Erstaunen versetzte. Das Regenbogenfarben schimmernde Ding? Wir diskutierten ewig. Später hing meine Freundin dann mangels CD Player’s die kleine Scheibe als Deko an die Wand.

Einige hundert Jahre später kaufte ich mir dann auch so einen seelenlosen Kasten. Mittlerweile habe ich die meisten meiner LP’s als CD nachgekauft (und heute komprimiere ich alles zu mp3/4)  aber …. ich höre immer noch meine Platten.

Ich weiß noch von fast jeder Platte wie und wann ein bestimmter Kratzer entstanden ist. Und nur wenn ich Platten höre stellt sich das Gefühl von damals ein. Die Aufregung, wenn ich endlich das Geld zusammen gespart hatte. Wochenlanges Suchen in 1000 Plattenläden. Und dann Zuhause: Das Zimmer verschlossen, Kerzen angezündet, vorsichtig das Inlet raus und Platte mit 2 spitzen Fingern auf den Teller gelegt. Ich gebe zu das man meinen Platten heute nicht unbedingt ansieht wie vorsichtig ich sie damals behandelt habe.

Ich errinnnere mich auch noch an stundenlange Sessions in denen ich selbst Musik teilweise 2 stimmig aufnahm. Ich bespielte zuerst eine Kassette z.B. mit Gesang und Gitarre, diese ließ ich dann im Hintergund laufen während ich die 2te Kassesette mit einem anderen Instrument aufnahm.

Mein kleiner oranger Plattenspieler und der komische Kassettenrecorder + Aufnahmetaste retteten damals mit meinen Büchern zusammen mein Leben. Wenn ich Musik hörte konnte ich flüchten. Sie färbte alles etwas erträglicher ein. Sie trug mich an einen besseren Ort. Sie gab mir Kraft und gibt mir Kraft.

Bis heute lass ich mich durch Musik inspirieren. So sehr daß ich, nachdem mich ein Lied daran erinnerte was ich eigentlich will, meine nahezu unkündbare Arbeitsstelle postwendend kündigte und einen neuen Beruf erlernte. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Edit: Huch!!! Wenn das Bild vergrößert wird, reflektieren sich im linken Schrankglas Tiere und irgendwelche Figuren. Weder befinden sich diese aber im Glas, noch auf den Lexika oder irgendwo im Wohnzimmer. *Grusel!!!*


Träume

Huch! Was für ein Zufall! Am Freitag sortierte ich meine Bücherschränke, staubte dabei good old C.G. Jung ab und las mich fest (alles ist besser als abstauben). Befinde mich also gerade ohnehin in und mittlerweile schon wieder aus dem Weg meines unterbewussten Bewusstseins. Jetzt muss ich mich mal anstrengen dagegen zu steuern um mich hier nicht in kompensatorische und archetypischen Träumen zu verlieren. Man bedenke außerdem, daß diese zu einer Zeit beschrieben wurden in denen Träume in der Wissenschaft allenfalls bei Freud etwas zu suchen hatten. Heute gibt es riesige Zentren, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Ganz zu schweigen von schlechten Fernsehsendungen. Es ist irgendwie chic zu träumen. Ich vermute das resultiert daraus, daß es den Menschen nur noch in konzentrierter Alltags Präsenz erlaubt wird zu existieren und dieses gleichgesetzt wird mit leben.

Träumen ist viel. Ich gebe sie inhaltlich kaum jmd preis. Sie würden nur ihre Magie verlieren. Ihre Kraft. Manchmal benutze ich Träume um klarer zu sehen. Um mich auf meinen Weg vorzubereiten, um überhaupt meinen Weg zu finden. Wie ein Zwiegespräch in Farben. Träume machen, daß man überlebt. In ihnen findet sich Hoffnung. Veränderung. Die Kraft zu ertragen. Es scheint  bei vielen Menschen so zu sein. Ein Urlaub mitten im Alltag.

Nur… das bin ich nicht. Meine Träume beherbergen Wahrheit, resultieren aus meiner Basis und geben Antworten. Ich weiß nicht warum, aber ich differenziere zwischen Phantasie und Träumen. Für mich sind das zwei paar Schuhe. Ich habe hier schon einmal geschrieben, daß ich im Grunde genommen meine Träume, meine Wichtigkeiten umsetzte. Das setzt vielleicht einen gewissen Egoismus voraus und hat dieser in echten Träumen Platz?

Wenn ich zuweilen im Netz unterwegs bin und in diversen Foren über Träume lese bin ich manchmal traurig. So viele Menschen die sich nur in ihren Träumen vorstellen können ihr Leben zu verändern. Ihr Leben zu bereichern. Manchmal wiederum werde ich wütend. Die Träume erscheinen mir häufig so unrealistisch. Eigentlich handeln sie ausschließlich von Wünschen (nochmal knapp an Jung vorbeigeschreddert!)

Und ich? Ich arbeite daran meinen nächsten Traum umzusetzen. Aber das heißt nicht, daß ich alle Träume umsetzen muss um glücklich zu sein. Das bin ich schon.

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Eine kleine unwirkliche Geschichte: Ich war 14 Jahre alt, als ich in einem Traum das Schreien meiner Mutter hörte, außerdem sah ich grelles weißes Licht. Ich wachte dann wohl sofort auf, stellte das Licht an, trank etwas, wurde aber nicht ruhiger. In mir war eine panische Angst. Ich werde es nie vergessen, ich schaute exakt um 3:04 auf die Uhr. Ich ging in das Schlafzimmer meiner Mum, aber sie war noch nicht da.

Meine Mutter ging sehr selten abends aus und wenn hatte ich nie etwas dagegen. Im Gegenteil ich hatte mich immer für sie gefreut. Das war’s also nicht. Ich blieb die restliche Nacht wach. Gg. 7:00 morgens klingelte das Telephon. Meine Mum hatte einen Autounfall. Es stellte sich hinterher heraus, daß dieser kurz nach drei war. Ich weiß nicht ob ich an Vorhersehungen glauben soll oder nicht. Ich glaube grundsätzlich daran, daß ich das nicht weiß. Trotzdem ist der Traum Realität.

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Edit: Mir fällt gerade ein, daß ich vor einiger Zeit geträumt habe, daß Sachsen überfallen wurde. Also entweder habe ich gute 20 Jahre später die Wende in Form von geschäftstüchtigen Westlern, gekleidet nach der Kriegsmode von 1760 nachgeträumt oder wir haben ein Problem.

(Ja, ich weiß auch das die Sachsenkriege tausend Jahre früher stattfanden, aber in meinem Traum kämpften dort die „langen Kerl’s“ von dem anderen Großen und der Rest war auch ‚Jetzt‘)

Überraschung – Überraschendes!

Zur Erklärung: Geburtstagseinladung in ein ganz neues Restaurant mit Wartezeiten v. 1000000 Jahren. Möglicherweise sollte noch zuvor zum besseren Verständnis dieses hier gelesen werden. Sorry!

ungefährer Wortlaut:

Freund (freudenstrahlend): Ich lade Dich am ……(B-Day)…….. zum essen in „Das und Das“ Restaurant ein.

Ich (Verdammt, was ziehe ich an???): Oh, schön. Bist Du sicher? Das ist mega frequentiert. Wir bekommen da so kurzfristig nie einen Platz! (Hoff)

Freund (mit stolz erstickter Stimme): Ich habe schon vor Wochen reserviert! (breitestes Grinsen der Welt)

Ich (Oh nein! WAS ziehe ich an???) zwitschernd: Ohh— toll—Danke!!!

Tag X: Fahre schlechtgelaunt zur Arbeit. Fahre schlechtgelaunt von Arbeit nach Hause! Versuche mich seelisch auf Oskarreife Darstellung zu pushen. Noch 3 Std Zeit. Ich dusche, es klingelt an der Tür, dort stehen Freunde,: Ja, wir wissen, Ihr geht gleich essen -nurmalebenauf’Kaffee (wie nett-nix mit seelischer Vorbereitung). 2 ½ Std später zwänge ich mich in ein farbenfrohes schwarzes Irgendwas. Hose verhindert jegliche Atmung. Auto hupt vor Tür…

Ich (lächelnd): ……!!!

Freund (lächelnd): Alles Liebe. Kuss.

Weiteres Liebesgesäusel, versuche ohne das Nähte platzen elegant ins Auto zu steigen.Wir fahren los

Freund (verliebt anblickend): Freust Du Dich?

Ich (verliebt zurückblickend, dabei aufkommende Verzweiflung unterdrückend) zwitschernd: Jaaa!

Freund: Wir müssen noch eben zu mir, ich habe meine Papiere vergessen.

Ich (Hurra, Gnadenfrist): Ok (bekomme kaum noch Luft)

Wir sind bei ihm, Er geht ins Haus, ich zu den Pferden. Rauche noch eine. Bin kurz vor Schreikrampf. Versuche mich zu motivieren. Er hat mit soviel Mühe geplant. Er nimmt immer Rücksicht auf mich. Ich bin schwierig. Ich bin anstrengend. Ich bin komisch. Fenster geht auf

Freund (nervös): Kannst Du mal eben reinkommen?

Ich (wieso klingt der so nervös? was ist passiert?):

atme noch einmal sofern das möglich ist durch, setze mir mein strahlendstes Lächeln auf und Los!

Ich schließe die  Haustür auf und der Flur ist abgedunkelt. Alle Türen sind verschlossen. Es brennen 1000000 Kerzen, die im Flur leuchten. Die Kerzen führen in das Wohnzimmer. Ich öffnete vorsichtig die Tür und sah auf eine weitere Million Kerzen, gebettet in Rosen mit vielen Blumenblättern und Ästen die zum Tisch führten, der komplett und wunderschön eingedeckt ist… ! Ich bin sprachlos. Wirklich sprachlos….!!!

Freund: (sinngemäß) Du glaubst wirklich, daß ich dich an Deinem Geburtstag zu einem Essen quäle zu dem Du keine Lust hast?

Der Irre hatte sich den ganzen Tag Urlaub genommen, ein zig Gänge Menue gekocht und die Geschichte mit der Einladung in das It-Restaurant nur ausgedacht. Und es hat funktioniert, ich hatte sie tatsächlich mit Grauen geglaubt.

Das Erlebnis gehört bis heute zu meinen Lieblingsüberraschungen. Ich mag daran, daß er so genau wusste, was ich will und vor allen Dingen was ich nicht will, daß er wusste das ich nicht mit hereinkomme, sondern stattdessen eine Zigarette rauchen werde (Nichtraucherhaus) und er dieses alles exakt einsetzte .